Noch mehr Zahnbürstentesterei: Ecobamboo

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Eigentlich hatte ich nicht vor, Miss Greens Blog in eine Zahnbürstenteststation zu verwandeln. Doch manche Dinge entwickeln ganz von allein so ein Eigenleben – dieser Blog scheint dazu zu gehören und da lasse ich mich doch nur zu gern überraschen!

Die Überraschung war eine Nachricht von Ecobamboo in meinem Postfach! Sie hatten meine Artikel über die Zahnbürsten von Hydrophil gelesen und fragten, ob ich nicht Lust hätte, auch ihre Zahnbürste einmal zu testen. Ich muss gestehen, dass mich diese Anfrage total überrascht hat. Die kleine, noch recht neue Miss Green bekommt schon so eine Firmenanfrage? Wow! Und ja – natürlich probiere ich gerne auch einmal die Ecobamboo aus, ich kenne sie nämlich noch nicht und es interessiert mich schon, wo da die Unterschiede im Vergleich zur Hydrophil-Bürste sind. Mittlerweile ist eine Zahnbürste in meinem Briefkasten angekommen. So sieht sie aus:

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Die Verpackung ist erst einmal exakt die gleiche wie bei Hydrophil. Ein kleiner Pappkarton. Beim weiteren Auspacken fällt aber gleich die innere Verpackung auf. (In was ist eigentlich die Hydrophilbürste verpackt?? Beschichtetes Papier oder so?) Die Ecobamboo steckt in einer durchsichtigen Folie. Eine Bambuszahnbürste in einer Plastikfolie? Kann das sein?

Eine kurze Recherche auf der Homepage hilft weiter. Diese Folienverpackung besteht aus Maisstärke, welche biologisch abbaubar sein soll.

Klingt erst einmal gut. Aber – was mache ich mit dieser Verpackung? Soll ich sie auf meinem Kompost entsorgen? Ich muss zugeben, mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich so eine Folie auf meinen Kompost werfen soll. Das kommt mir sehr merkwürdig vor. Oder sollte ich diese Verpackung in unsere Biotonne werfen? Das hiesige Kompostwerk wäre davon nicht begeistert und schreibt dazu:

Kompostierbares Plastik wird bei der Vorsortierung der Bioabfälle im Kompostwerk zusammen mit den anderen Störstoffen maschinell aussortiert und als Restmüll entsorgt.

Na klasse, die Sortieranlage kann also gar nicht unterscheiden, ob ich normales Plastik, Bioplastik oder sonstigen Müll in meine Biotonne geworfen habe und sortiert einfach alles aus.

Eine andere Problematik kommt aber noch dazu, denn sie schreiben weiter:

Eigene Kompostierungsversuche von Verpackungen aus biologisch abbaubaren Werkstoffen haben gezeigt, dass Biofolien auch nach cirka sechs Monaten noch nicht kompostiert waren. Der Rotteprozess im Kompostwerk ist aber verfahrenstechnisch auf 10 Wochen beschränkt.

Wenn das Bioplastik selbst im Kompostwerk nach ewig langer Zeit noch nicht verrottet ist, dann möchte ich diese Folie auch nicht in meinem Komposthaufen haben. Das Verrotten in unserem Garten dauert ja sowieso schon wesentlich länger als im Kompostwerk (10 Wochen – unser Kompost liegt mindestens ein Jahr!), wer weiß also, wie lange eine solche Folie bräuchte, um in meinem Garten zu verrotten.

Also wohin mit dieser Folie? Es scheint mir, als gäbe es für Bioplastik noch gar keine adäquate Entsorgungsmöglichkeit.

Wie steht ihr denn zu diesen biologisch abbaubaren Plastikverpackungen? Findet ihr die Idee gut oder steht ihr dem Ganzen skeptisch gegenüber?

So, zurück zur Zahnbürste… die wandert nun natürlich zum Ausprobieren ins Bad!

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